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Leseprobe GartenTour / Rubrik: Niedersachsen

Ein ritterlicher Gartentraum

Gut Remeringhausen im Schaumburger Land

Wenn das kleine Gartentor ins Schloss fällt, ist die Welt da draußen ganz weit weg und der Traum von Geborgenheit, Stille und Natur wird Wirklichkeit. Behütet vom üppigen Grün eines weitläufigen englischen Landschaftsparks und Ländereien der Eigentümerfamilie geht ein romantischer Zauber vom Rittergut Remeringhausen mit seinem Renaissanceschlösschen und dem barocken Herrenhaus aus.
Rund um den historischen, in Teilen mehr als 400 Jahre alten Gebäudekomplex verläuft ein breiter Wassergraben, den zwei Brücken überspannen – eine am Haupteingang, die andere im rückwärtigen Teil hin zum Park, der nach den Plänen des Hofgärtners Georg Wilhelm Homburg von 1804 wiederhergestellt wurde. Er birgt alten Baumbestand, einen duftenden Rosengarten und weite Wiesen, zeigt aber auch die liebevolle und moderne Handschrift der aktuellen Besitzer Tania und Nicolaus von Schöning.
Noch vor Jahren war diese Idylle kaum vorstellbar. Marode und unbewohnte Gebäudeteile mussten hergerichtet, die Struktur im Garten freigelegt werden. „Es war schon eine Hilfe, dass wir auf ein grobes Konzept der damaligen Gestaltung schauen konnten. Es war aber genauso wichtig für uns, dass dieses Konzept nicht sehr genau war. Das ließ uns die Freiheit, unsere eigenen Vorstellungen zu realisieren“, sagt Nicolaus von Schöning heute.

Einst verwildert, nun gefragte Eventlocation
Die Geschichte dieses ritterlichen Gartentraums reicht über 450 Jahre zurück und ist eng mit dem Namen derer von Münchhausen verbunden, seit Börries von Münchhausen 1565 die Güter Oldendorf und Remeringhausen erbte. Tania von Schöning führt den Familienbesitz inzwischen gemeinsam mit ihrem Mann in 22. Generation. 2007 übernahm sie das Anwesen von ihrem Vater Hildebrand von Breitenbuch und ist seitdem die erste Gutsbesitzerin nach einer jahrhundertelangen Reihe männlicher Eigentümer.
Schon 1994 restaurierten die Juristin und der Agraringenieur anlässlich ihrer Hochzeit den Festsaal des großen Herrenhauses, der vorher als Getreidespeicher genutzt wurde. Doch das war erst der Anfang. Die wertvolle Bausubstanz immer im Blick wurden in viel Eigenarbeit und mit Liebe zum Detail Stück für Stück weitere Bereiche erneuert und verschönert, so ab 1997 das Renaissanceschlösschen. Damals lebten Tania und Nicolaus von Schöning noch in Mecklenburg-Vorpommern und nutzten die Wochenenden, um das pittoreske Gemäuer zu renovieren. Unter der Regie Hildebrand von Breitenbuchs begann 1998 in Zusammenarbeit mit der Stiftung Historische Gärten, der Schaumburger Landschaft und anderen Institutionen die Wiederherstellung des jahrelang vernachlässigten und restlos verwilderten Gutsparks.
Große Aufmerksamkeit erfuhr Remeringhausen im Expo-Jahr 2000. Der kanadische Generalkommissar der Expo bewohnte mit seiner Frau sechs Monate lang das sanierte Schlösschen und lockte zahlreiche Gäste in das landschaftliche Schmuckstück. „Zu dieser Zeit wurden viele Parks für die ausländischen Besucher wieder hergerichtet, um deutsche Gartenkultur nahezubringen“, erinnert sich Tania von Schöning. Sie selbst war damals Mitte 20, junge Mutter und voller Tatendrang. Bestätigt in seinem Weg, weckte das Ehepaar von Schöning das alte Rittergut endgültig aus seinem Dornröschenschlaf und entwickelte es in den Folgejahren zu einem gefragten Veranstaltungsort. (Auszug)

Melanie Ockert


Foto: Rittergut Remeringhausen

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