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Leseprobe GartenTour / Rubrik: Berlin & Brandenburg

"Es wird durchgeblüht"

Der Karl-Foerster-Staudengarten ist immer eine Reise wert.

Abseits der Hauptstraße, nur über einen schmalen Weg erreichbar, liegt im nördlichen Potsdamer Stadtteil Bornim der Staudengarten des einstigen Gartenphilosophen Karl Foerster. Versteckt hinter einer großen Hecke, ist das Kleinod selbst vom Parkplatz aus nicht sofort zu erkennen, anders als die noch immer hier am historischen Ort ansässige Karl-Foerster-Gärtnerei. Direkt daneben befindet sich einer der beiden Zugänge zum Foerster-Garten.

Dr. Konrad Näser, ehemaliger Mitarbeiter Foersters, führt seinen Gast jedoch an das kleine Tor am anderen Ende der Anlage. „Von hier hat Karl Foerster am liebsten seinen Garten betreten“, erzählt der 81-Jährige. Er muss es wissen, hat er doch nicht nur ab 1958 bei ihm gearbeitet, sondern auch etwa anderthalb Jahre mit seiner Frau in Foersters Haus gelebt, bevor das Ehepaar ins eigene Heim gleich um die Ecke zog.
Es ist ein erster herrlicher Blick auf das grüne Idyll und das 1910/11 erbaute Wohnhaus. Davor breitet sich der Senkgarten aus – die Idee dafür hatte Karl Foerster von den Engländern übernommen, wie Konrad Näser weiß. Auf der sonnigen Seite setzte er damals Steppenpflanzen ein, ihnen gegenüber Halbschattenstauden. Mittendrin ließ er einen Teich anlegen, in dem sich heute unter anderem Goldfische und zahlreiche Wasserfrösche tummeln. Oberhalb des Senkgartens führt der Frühlingsweg am Haus entlang in Richtung Herbstbeet, vorbei am Fenster von Foersters Arbeitszimmer. Dahinter saß er, mit bestem Ausblick in sein Reich, und schrieb zahlreiche Gartenbücher. Einige Staudenpflanzen aus dieser Zeit sind noch original erhalten, so die in Kübeln gedeihenden Blaulilien. „Karl Foerster fehlte im Sommer die Farbe Blau in seinem Garten. Da hat er Blaulilien eingruppiert“, erinnert sich Näser.
Hinter dem Haus erstreckt sich ein größerer Steingarten, den Foerster in seinem Buch „Steingarten der sieben Jahreszeiten“ beschrieben hat. Die sieben Jahreszeiten mit ihren unterschiedlichen Blüh-Höhepunkten waren für ihn Vorfrühling, Frühling, Frühsommer, Sommer, Herbst, Spätherbst und Winter. Egal, in welchem Teil des Gartens sich die Besucher aufhalten und wann immer sie ihn besichtigen, sie sehen sich stets einem bunten Blumenmeer gegenüber – ganz im Sinne der Devise Karl Foersters „Es wird durchgeblüht“. (Auszug)

Claudia Trache

INFO
Haus und Garten Karl Foerster
Am Raubfang 6
14467 Potsdam-Bornim
Tel. +49 228 9091213 (Marianne-Foerster-Stiftung)
foerster-stiftung@denkmalschutz.de
www.denkmalschutz.de

Öffnungszeiten
täglich 9 Uhr bis zur Dämmerung

Foto: Claudia Trache

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