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Leseprobe GartenTour / Rubrik: Duftendes Gartenreich

Kräuter zum Leben

Sinnlich und vielfältig

Gute Laune überkommt einen, sobald die frisch zerriebenen Blätter der Zitronenverbene ihren herb-spritzigen Duft verströmen. Die leuchtenden Blüten der Kapuzinerkresse krönen geschmacklich und augenscheinlich jeden Salat. Ob Heil- oder Würzkraut, ob wild oder kultiviert im Garten lebend wie viele der bekannten mediterranen Küchenkräuter – eines haben alle gemeinsam: einzigartige Aromen, ihre sinnliche Erlebbarkeit und eine oft heilsame Wirkung.
Im Gegensatz zu Blütenparfum behalten Kräuter ihren Duft und ihren Geschmack ein ganzes Pflanzenleben lang. Drüsenzellen auf den Blättern setzen bei Berührung oder Zerreiben ätherische Öle frei und beduften ihre Umgebung. Gefräßige Feinde werden so zum Beispiel erfolgreich abgewehrt.
Tee aus frisch gepflückten Zweigen einer üppig gewachsenen Pfefferminze ist ein Genuss. Vorausgesetzt man mag Minze, von der es über 600 Variationen gibt, wie zum Beispiel die Schoko- oder Erdbeerminze. Dass man Pfefferminze erfrischend kühl findet, liegt daran, dass sich die Mentholmoleküle sofort mit den Kälterezeptoren im Mund verbinden und dem Körper Kälte melden. Minze hat außerdem einen durchblutungsfördernden und krampflösenden Effekt. Dabei sind die Kräuterwirkstoffe eigentlich Endprodukte eines sekundären Stoffwechselprozesses, bei dem überschüssige Nährsubstanzen im Gewebe der Pflanze eingelagert werden. Diese „Abfallprodukte“ sind es, die der Pflanze ihre jeweilige besondere Fähigkeit, ihren typischen Duft oder andere charakteristische Eigenschaften verleihen.
Ringelblumensalbe, Rosmarinöl, Sonnenhuttinktur zur Stärkung körpereigener Abwehrkräfte, frischer oder getrockneter Majoran in einer deftigen Kartoffelsuppe, Estragonessig für das gewisse Extra, Königkerzenblüten als farbenfroher Bestandteil von Teemischungen oder Knoblauch als schützende Nachbarpflanze für Erdbeeren, die so vor Grauschimmel verschont bleibt – Kräuter sind äußerst vielseitig und äußerst vielseitig verwendbar. Einige ausgesprochen schnittverträgliche Exemplare eignen sich sogar als niedrige Hecken oder attraktive Einfassung für Beete wie die Weinraute oder der Anis-Ysop. Letzterer kann noch dazu gegen Übelkeit und stressbedingte Magenschmerzen helfen.
(Auszug)

Corinna Thamm

Foto: Stiftung Museum Schloss Moyland/Maurice Dorren

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