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Leseprobe Rubrik: GartenTour 2017

GartenTour 2017: Eine Reise durch Deutschlands grüne Seele

Der Streifzug führt vom paradiesischen Norden in den imposanten Süden und vom idyllischen Westen bis in den romantischen Osten.

Arkadische Barockgärten haben ihren Auftritt genauso wie malerische Schlösser, Güter und Herrenhäuser oder private Gartenträume. Und was wären unsere Städte ohne ihre grünen Lungen? Die GartenTour widmet ihr diesjähriges Titelthema den so wichtigen Rückzugsorten im urbanen Raum. Nicht umsonst stehen zwei Metropolen in diesem Jahr ganz im Zeichen der Natur: Essen trägt den Titel der Grünen Hauptstadt Europas und unterstreicht mit zahlreichen Projekten und Veranstaltungen, dass die graue Zeit der Kohle- und Stahlindustrie längst der Vergangenheit angehört. In der Bundeshauptstadt Berlin öffnet mitten im Plattenbauviertel Marzahn-Hellersdorf die Internationale Gartenausstellung (IGA) ihre Tore und setzt Impulse für moderne Stadt¬entwicklung und eine nachhaltige Lebenskultur.
Auch der Bedeutung von Gärten für die Gesundheit wird in der GartenTour nachgegangen, wirken sie doch heilsam für Seele und Körper. Einen Ausflug in die Geschichte unternimmt der Beitrag zum 200. Geburtstag des Gartengestalters Heinrich Siesmayer, dessen Anlagen vor allem das Rhein-Main-Gebiet prägen.
Das „grüne“ Reisemagazin beglückt Gartenfreunde mit insgesamt 88 Seiten voller Inspirationen, toller Bilder und interessanter Veranstaltungstipps! Der große Kalender gibt hunderte Anregungen, wo sich bis in den Herbst hinein deutschlandweit lohnenswerte Treffpunkte finden.  

Die GartenTour ist erhältlich im Zeitschriftenhandel oder direkt zu bestellen für EUR 5,00 zuzüglich Versandkosten bei:

Labhard Medien GmbH, Max-Stromeyer-Straße 116, D-78467 Konstanz
Tel.: +49 (0)7531 90710, verlag@labhard.de oder unter www.labhard.de

Zur Magazinbestellung

ISBN 978-3-944741-35-2

Foto:
Golzheimer Friedhof in Düsseldorf
Foto: Silke Mayer

Leseprobe Rubrik: Stadtoasen

Düsseldorf und seine Parks

Wo einst Frachtschiffe in Hafenbecken ankerten und Arbeiter Ladungen löschten, treiben heute agile Düsseldorfer Open-Air-Sport, um schwungvoll in den Tag zu starten.

Der Rheinpark Bilk ist nur eine von vielen Grünanlagen in der Metropole. Manche von ihnen liegen unmittelbar am Fluss und man kann sie nacheinander entlang einer Promenade bis zum Nordpark erkunden und dabei jede Menge Kunst, Kultur und Gastronomie erleben.

Die Entfernung zwischen dem Rheinpark Bilk im Süden der Düsseldorfer Rheinpromenade und dem Nordpark kurz vor dem Messegelände beträgt nur rund fünf Kilometer – ideal also für eine Radtour oder einen ausgedehnten Spaziergang. Und wer sich vor lauter Überwältigung am Ende zu ermattet fühlt für weitere körperliche Bewegung, kann auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen. Denn trotz aller Idylle: Weit entfernt vom Geschehen ist man hier nie …

Einst Rheinhafen, jetzt Rheinpark
Der Rheinpark Bilk liegt am Rande des quirligen Medienhafens und inmitten architektonischer Besonderheiten. Er wurde erst Ende der 1980er Jahre angelegt, als ein Teil des Industriehafens umfunktioniert wurde. Dabei wandelte sich der Zollhafen zu einem Yachthafen und auf den zugeschütteten Hafenbecken entstanden der Rheinturm, das WDR-Landesstudio, der Landtag und das 80 Meter hohe Stadttor, der Amtssitz der Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens.
Als verbindendes Element dient der vier Hektar große Rheinpark mit imposantem Blick auf das Düsseldorfer Ufer sowie mit Sichtachsen auf futuristische Bauten des angrenzenden Medienhafens, etwa die drei schrägen Türme des Architekten Frank Gehry mit wellenförmiger, teils metallisch glänzender Fassade oder das bereits erwähnte Stadttor in Form eines gläsernen Portals.
Als ursprünglicher Kontrast zu diesem Ambiente der Postmoderne wirkt eine Allee aus 220 Platanen in typischem Schirmschnitt. Gemeinsam mit rund 200 Linden, Pappeln, Ahornbäumen und Eschen bildet sie mitten im Großstadttrubel eine grüne Oase, die an heißen Sommertagen manch schattiges Plätzchen für die Mittagspause bereithält.

Ältester Volkspark Deutschlands
Folgt man dem platanenbepflanzten Rheinufer Richtung Norden, ist in Kürze die Düsseldorfer Altstadt erreicht, die mit dem Charme alter Gebäude, individueller Lädchen und Brauhäuser jederzeit einen Abstecher wert ist. Wer es jedoch stiller und grüner mag, findet an der Heinrich-Heine-Allee den Eingang zum Hofgarten – dem zentralsten Düsseldorfer Park, der sich nach Osten bis zum Schloss Jägerhof ausdehnt und nordwärts bis zu den Museen „NRW Ehrenhof“ und „Kunstpalast“ am Flussufer. (Auszug)

Silke Mayer


Foto:
Wassergarten im Nordpark
Foto: Silke Mayer

Leseprobe Rubrik: Niedersachsen

Ein ritterlicher Gartentraum

Gut Remeringhausen im Schaumburger Land

Wenn das kleine Gartentor ins Schloss fällt, ist die Welt da draußen ganz weit weg und der Traum von Geborgenheit, Stille und Natur wird Wirklichkeit. Behütet vom üppigen Grün eines weitläufigen englischen Landschaftsparks und Ländereien der Eigentümerfamilie geht ein romantischer Zauber vom Rittergut Remeringhausen mit seinem Renaissanceschlösschen und dem barocken Herrenhaus aus.
Rund um den historischen, in Teilen mehr als 400 Jahre alten Gebäudekomplex verläuft ein breiter Wassergraben, den zwei Brücken überspannen – eine am Haupteingang, die andere im rückwärtigen Teil hin zum Park, der nach den Plänen des Hofgärtners Georg Wilhelm Homburg von 1804 wiederhergestellt wurde. Er birgt alten Baumbestand, einen duftenden Rosengarten und weite Wiesen, zeigt aber auch die liebevolle und moderne Handschrift der aktuellen Besitzer Tania und Nicolaus von Schöning.
Noch vor Jahren war diese Idylle kaum vorstellbar. Marode und unbewohnte Gebäudeteile mussten hergerichtet, die Struktur im Garten freigelegt werden. „Es war schon eine Hilfe, dass wir auf ein grobes Konzept der damaligen Gestaltung schauen konnten. Es war aber genauso wichtig für uns, dass dieses Konzept nicht sehr genau war. Das ließ uns die Freiheit, unsere eigenen Vorstellungen zu realisieren“, sagt Nicolaus von Schöning heute.

Einst verwildert, nun gefragte Eventlocation
Die Geschichte dieses ritterlichen Gartentraums reicht über 450 Jahre zurück und ist eng mit dem Namen derer von Münchhausen verbunden, seit Börries von Münchhausen 1565 die Güter Oldendorf und Remeringhausen erbte. Tania von Schöning führt den Familienbesitz inzwischen gemeinsam mit ihrem Mann in 22. Generation. 2007 übernahm sie das Anwesen von ihrem Vater Hildebrand von Breitenbuch und ist seitdem die erste Gutsbesitzerin nach einer jahrhundertelangen Reihe männlicher Eigentümer.
Schon 1994 restaurierten die Juristin und der Agraringenieur anlässlich ihrer Hochzeit den Festsaal des großen Herrenhauses, der vorher als Getreidespeicher genutzt wurde. Doch das war erst der Anfang. Die wertvolle Bausubstanz immer im Blick wurden in viel Eigenarbeit und mit Liebe zum Detail Stück für Stück weitere Bereiche erneuert und verschönert, so ab 1997 das Renaissanceschlösschen. Damals lebten Tania und Nicolaus von Schöning noch in Mecklenburg-Vorpommern und nutzten die Wochenenden, um das pittoreske Gemäuer zu renovieren. Unter der Regie Hildebrand von Breitenbuchs begann 1998 in Zusammenarbeit mit der Stiftung Historische Gärten, der Schaumburger Landschaft und anderen Institutionen die Wiederherstellung des jahrelang vernachlässigten und restlos verwilderten Gutsparks.
Große Aufmerksamkeit erfuhr Remeringhausen im Expo-Jahr 2000. Der kanadische Generalkommissar der Expo bewohnte mit seiner Frau sechs Monate lang das sanierte Schlösschen und lockte zahlreiche Gäste in das landschaftliche Schmuckstück. „Zu dieser Zeit wurden viele Parks für die ausländischen Besucher wieder hergerichtet, um deutsche Gartenkultur nahezubringen“, erinnert sich Tania von Schöning. Sie selbst war damals Mitte 20, junge Mutter und voller Tatendrang. Bestätigt in seinem Weg, weckte das Ehepaar von Schöning das alte Rittergut endgültig aus seinem Dornröschenschlaf und entwickelte es in den Folgejahren zu einem gefragten Veranstaltungsort. (Auszug)

Melanie Ockert


Foto: Rittergut Remeringhausen

Leseprobe Rubrik: Sachsen-Anhalt

Reformer in Geist und Garten

Martin Luther hatte keinen grünen Daumen ... was ihm bis heute keiner vorwerfen kann. Schließlich tauchte er einfach rund 250 Jahre zu früh in Wörlitz auf.

Weit und breit war dort Anfang des 16. Jahrhunderts nichts zu sehen von einem „Gartenreich“. Keine Chance auf Profitipps des Garten-Fürsten Franz. So musste sich der wortgewaltige Menschenfischer aus Wittenberg im nur 20 Kilometer nahen Wörlitz auf das konzentrieren, was er am besten konnte: Von der Kanzel in St. Petri aus die Seelen der Gemeinde aufwühlen, um ihr Leben neu zu ordnen. In einer besseren Welt.

Fürst Franz: Der Wörlitzer Visionär
Ein Vierteljahrtausend nach Luther sorgte ein weiterer Vordenker für Wirbel im anhaltischen Elbauendorf Wörlitz und machte es weltberühmt – Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau. Begeistert von den Idealen der Aufklärung reformierte er sein Fürstentum umfassend und schuf einen modernen kleinen Staat. Vor allem aber übertrug er den damals geradezu revolutionären englischen Gartenstil als Erster auf das europäische Festland, befreite damit die Gartenarchitektur vom höfischen Korsett der geometrischen Gestalt und legte mit den Wörlitzer Anlagen den Grundstein für das heutige UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz mit seinen insgesamt sieben Parkanlagen.
Sein Mut und seine offen neugierige Weltanschauung inspirierten viele seiner Zeitgenossen. Davon künden beispielsweise der Landschaftspark Spiegelsberge in Halberstadt und der malerische Park Dieskau bei Halle (Saale) als grüne und bis heute lebendige Zeugnisse. Fortan wurden in ganz Deutschland und Mitteleuropa zahlreiche Parks im neuen Stil gestalteter Kulturlandschaften angelegt. 1817 starb „Vater Franz“ 77-jährig. 200 Jahre später wird der „Anhalt-Star“ vielfältig gefeiert. Im „Fürst-Franz-Sommer 2017“ sind Feste, Konzerte, Kulturveranstaltungen, Ausstellungen und Vorträge zu erleben, die eines eint: Sie lenken den Blick auf eine Persönlichkeit, die durch die Umsetzung ihrer Gartenvisionen die Menschen berührt und die Welt ein kleines Stück toleranter, vernünftiger und ganz einfach schöner gemacht hat. (Auszug)

INFO
Gartenträume - Historische Parks in Sachsen-Anhalt e. V.
Tessenowstraße 3
39114 Magdeburg
Tel. +49 391 5934252
info@gartentraeume-sachsen-anhalt.de
www.gartentraeume-sachsen-anhalt.de
www.luther-erleben.de

Foto: Kulturstiftung DessauWörlitz, Bildarchiv, Heinz Fräßdorf

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