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Leseprobe Rubrik: GartenTour 2018

GartenTour 2018: Eine Reise durch Deutschlands grüne Seele

Im Europäischen Jahr des kulturellen Erbes macht die GartenTour unter anderem Lust auf zahlreiche besondere Veranstaltungen. Das „Rendezvous im Garten“ feiert am ersten Juni-Wochenende seine Premiere; außerdem stehen landauf, landab Picknicks, Ausstellungen und Feste unter dem Motto „Zu Tisch!“ in den Kalendern von Schlössern, Burgen, Herrenhäusern, Klöstern und Gärten. Dem Genuss im Grünen widmen sich auch Reportagen über die „Essbare Stadt“ Andernach am Rhein und das Obstmuseum Pomarium Anglicum in Schleswig-Holstein, wo alte Obstsorten vor dem Verschwinden bewahrt werden.

Die GartenTour „wandert“ weiter durch Gärten aller Couleur vom „Bezaubernden Norden“ in den „Nostalgischen Osten“ und „Schillernden Westen“ bis in den „Elysischen Süden“. Hier entfalten vor allem die Parks rund um den Bodensee ihre Pracht. Ob im lauschigen Privatgarten oder auf der Blumeninsel Mainau – die blühenden Oasen der Vierländerregion faszinieren mit mediterranem Flair und traumhafter Aussicht.

Labhards GartenTour ist bundesweit im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich oder für EUR 5,00 zzgl. Versandkosten direkt zu bestellen bei:

Labhard Medien GmbH
Max-Stromeyer-Straße 116
78467 Konstanz
Tel. +49 7531 9071-0
verlag@labhard.de
www.labhard-shop.de

ISBN 978-3-944741-49-9



Leseprobe Rubrik: Genuss im Grünen

Ernten unbedingt erwünscht

Ein Besuch in der Essbaren Stadt Andernach

Am Rhein zwischen Bonn und Koblenz hat die historische Stadt Andernach neue Gartenwege beschritten: Öffentliche Grünanlagen wurden mit Obst bepflanzt, Blumen durch Gemüse und Kräuter ersetzt. Am bemerkenswertesten aber ist, dass sich jedermann hier bedienen darf. Denn pflücken ist in der Essbaren Stadt ausdrücklich erlaubt.

Alles begann 2008 vor den Toren Andernachs, als Langzeitarbeitslose in einem Qualifizierungsprojekt der Beschäftigungsgesellschaft Perspektive ein Gelände nach den Prinzipien der Permakultur gestalteten. Dabei schufen sie einen Erholungsraum, der Besuchern dermaßen gut gefiel, dass die Kombination aus Freizeit und landwirtschaftlicher Nutzung kurzerhand in die Innenstadt transferiert wurde. Seitdem spazieren die Bürger nicht mehr an Blumenbeeten vorbei, sondern an Obst und Gemüse und statt „Betreten verboten“ heißt es nun „Pflücken erlaubt“.
„Zum Auftakt haben wir damals 101 verschiedene Tomatensorten gepflanzt“, sagt Karl Werf, Geschäftsführer der Perspektive, vor dessen eigenem Bürofenster Kräuter in üppigen Büscheln wachsen. „Danach haben wir immer mehr Gemüsesorten angebaut und das Areal sukzessive erweitert.“ Erweitert bedeutet, dass inzwischen die Balkone des Rathauses ebenso inbegriffen sind wie die historische Stadtmauer, ihre Türme, der Schlosshof, etliche Gassen, Straßen, Plätze und sogar Baumscheiben. „Selbst das Straßenbegleitgrün haben wir im Zuge der Essbaren Stadt geändert“, sagt Werf, „und Blumenbeete durch dauerhafte Stauden ersetzt.“ Was anfangs belächelt wurde, zeigt sich heute an Kreisverkehren und Straßenrändern als farbenfrohe Augenweide, die durch besonders trockenresistente Arten für reduzierten Wasserverbrauch und Pflegebedarf sorgt und damit den Aufwand für das Obst und Gemüse wieder wettmacht.

Fokus auf Vielfalt
Zum Obst, das beim Flanieren entlang der Stadtmauer zum Naschen einlädt, gehören allerlei heimische Beeren, Birnen und Äpfel, aber auch verführerische Exoten wie die Indianerbanane, die Bitterorange oder gar die chinesische Dattel. Daneben locken Fruchtgehölze, die auf Schiefertafeln namentlich benannt werden, Esskastanien etwa, Mispeln und Quitten oder auch Jostabeeren. Am Durchgang zum Schlosshof schließlich verströmt blauschimmernder Rotkohl zwischen goldgelben Zucchiniblüten sein würziges Bukett. Nur wenige Meter weiter gedeihen im ehemaligen Schlossgraben Salatköpfe, Kohlrabi und Kartoffeln, während sich im Windhauch die goldenen Ähren des städtischen Getreides wiegen und im Hintergrund Bienen surren, deren Honig ebenfalls Teil der Essbaren Stadt ist.
Jedes Jahr liegt der Fokus auf einem anderen Obst oder Gemüse, stets in Verbindung mit Biodiversität und einem speziellen Blick auf den Erhalt alter Sorten. Salat in all seinen Variationen bildet den diesjährigen Mittelpunkt und wird ergänzt um eine weitere Besonderheit, nämlich das Bier aus dem Hopfen, der 2017 Pflanze des Jahres war und nun zum sogenannten Andernacher verarbeitet wurde. Wein wird in der Essbaren Stadt nicht hergestellt, dazu gibt es Weinberge und Kooperationen im benachbarten Leutesdorf. Die saftigen hellen Trauben, denen man in Andernach an den massiven Mauern des Schlossturms in reichlicher Fülle begegnet, sind nur zum Verzehr da (Auszug)

Silke Mayer (Text und Foto)


Leseprobe Rubrik: Berlin & Brandenburg

Wo sich Kulturen begegnen

Die Gärten der Welt in Berlin

Im Jahr nach der IGA Berlin 2017 präsentieren sich die Gärten der Welt, eine der schönsten Idyllen der Hauptstadt, internationaler denn je. Fünf Kontinente kommen hier auf 43 Hektar gartenkünstlerisch zusammen und wecken die
Neugier auf Farben, Formen und Traditionen anderer Länder. Soviel Fläche lässt auch Raum für ausgedehnte Wiesen und schillernde Blumenbeete und macht das Areal zu einem Ort, an dem Natur, Kultur und Freizeitvergnügen ganz selbstverständlich zueinanderfinden.

Von Bali bis Brasilien
Für die Internationale Gartenausstellung wurde der Park in Marzahn-Hellersdorf um mehr als das Doppelte vergrößert. Gärten aus allen Regionen des Erdballs, aus Australien, Asien, Südafrika und Europa, aus Brasilien, Chile und dem Libanon, entstanden neu.
Der bereits im Jahr 2000 gestaltete klassische Chinesische „Garten des wiedergewonnenen Mondes“ steht nun in spannendem Kontrast zum modern interpretierten Garten „Dule Yuan“, während sich Leidenschaft und Können der Engländer in einem Cottage-Garten und dem zeitgenössischen „Garten des Vulkanus“ spiegeln.
Der Thailändische „Garden of the Mind“ ist Ausdruck des Lebens im Thailand der Gegenwart. Durch seine golden getäfelten Inseln und großen Spiegelwände verdeutlicht er Tradition und Dynamik gleichermaßen. Die botanische Reise um die Welt vervollständigen Gärten aus Japan, Korea, Los Angeles, aus dem Orient und aus Bali. Mit jedem von ihnen zeigen international renommierte Landschaftsarchitekten ein Stück ihrer eigenen Kultur.
Das Element Wasser steht auf der „Promenade Aquatica“ im Mittelpunkt. In vier verschiedenen Spielweisen wird das kühle Nass atmosphärisch in Szene gesetzt: als Quelle, Teich, Wasserfall oder Nebel.

Mit Konrad in die Südsee
Auffällige Erweiterungen gab es auch bei den Parkbauten. Eine im Stil eines Amphitheaters errichtete Arena für 5.000 Zuschauer wurde eingeweiht, ebenso ein Besucherzentrum mit einem Shop, einer Ausstellung zu den Gärten der Welt und einem Restaurant. Dort wie in zahlreichen weiteren Cafés und Gasthäusern im gesamten Gelände stehen besondere Spezialitäten aus fernen Kulturen auf der Karte.
Mit der energieeffizienten 14 Meter hohen Tropenhalle erhielt der 2003 angelegte Balinesische Garten eine neue Hülle. So können die dortigen Baumfarne und Palmen förmlich „in den Himmel“ wachsen.
Mit dem Wasserspielplatz „Konrad reitet in die Südsee“ wurde eine weitere Besonderheit umgesetzt. Pate dafür stand eine Geschichte aus Erich Kästners Buch „Der 35. Mai“. Ein enormer Kletterwal, der auf eine spannende Entdeckungstour in sein Innerstes einlädt, ein Wasserwald, eine Riesenhängematte, ein Trampolin und Südseehütten nehmen die Kinder mit ins Reich der Fantasie.

Auf kurzem Weg in den Kienbergpark
Unmittelbar neben den Gärten der Welt, erreichbar zum Beispiel über den Wuhlesteg oder die Tälchenbrücke, kann der 60 Hektar große öffentliche Kienbergpark besucht werden. Hier finden sich diverse Bewegungsstationen und Attraktionen wie eine Natur-Bobbahn. Über den Baumwipfeln reckt sich der „Wolkenhain“ in die Höhe, von dessen Aussichtsplattform sich bei gutem Wetter ein spektakulärer Blick auf die Hauptstadt bietet. Unvergleichliche Eindrücke dieser außergewöhnlichen Landschaft an der Peripherie Berlins garantiert die Fahrt mit der Seilbahn, die
beide Parks mit dem U-Bahnhof „Kienberg – Gärten der Welt“ verbindet.

INFO
Gärten der Welt
Eisenacher Straße 99
12685 Berlin
Tel. +49 30 700906778
info@gaerten-der-welt.de
www.gaerten-der-welt.de

Eingänge
Blumberger Damm 44, Eisenacher Straße 99, Eingang Süd

Öffnungszeiten
ganzjährig täglich von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet

Veranstaltungstipps 2018
15.4. Kirschblütenfest
26.5. Lotuslaternenfest
1.–3.6. Rendezvous im Garten – Tage der Parks und Gärten
24.6. Klang-Farben-Fest
21./22.7. Highland Games
14.10. Herbstfest

Foto: Grün Berlin

Leseprobe Rubrik: Hessen

Rosenstadt Eltville am Rhein

Dort, wo weltberühmte Weine auf sanften Hügeln reifen, gedeiht auch die Königin des Blumenreichs prächtig.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts machte Eltville, die älteste Stadt im Rheingau, als Rosenstadt von sich reden. 1871 gründete Carl Schmitt hier eine Rosenschule. Über eine halbe Million dorniger Schönheiten wuchsen damals jährlich vor den Stadtmauern auf großen Feldern heran. Eltviller Rosen waren seinerzeit sehr angesehen und begehrt. So reichten die Geschäftsbeziehungen der Rosenschule sogar bis zum Hofe des Zaren in St. Petersburg.

Ein stolzes Jubiläum
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es zunächst ruhig um die Rosenstadt Eltville. Erst in den 1960er Jahren erlebte sie dank des damaligen Stadtgärtnermeisters Reinhard Pusch wieder einen Aufschwung. Er sorgte für die verstärkte Aufzucht von Rosen und bestückte damit die städtischen Anlagen. Auch im Burggraben der Kurfürstlichen Burg, dem Wahrzeichen der Stadt, legte er 1979 Rosenbeete an und pflanzte Kletterrosen. Begünstigt vom milden Klima, entfaltet sich hier alljährlich schon Anfang Juni der Hauptflor. Dann wogen farbige Blütenmeere, dann sparen die Blumen nicht mit ihren betörenden Düften. In den Anlagen rund um die Burg und am idyllischen Rheinufer verzaubern etwa 22.000 Rosenstöcke in 350 Sorten.
1988 hat der Verein Deutscher Rosenfreunde Eltville das Prädikat „Rosenstadt“ verliehen. Das 30-jährige Jubiläum wird 2018 mit einem bunten Veranstaltungs-Potpourri gefeiert.


INFO
Tourist-Information Eltville am Rhein
Kurfürstliche Burg
Burgstraße 1
65343 Eltville am Rhein
Telefon +49 6123 90980
touristik@eltville.de
www.eltville.de

Öffnungszeiten
Außenanlage rund um die Burg
April–September: täglich 9.30–19 Uhr
Oktober–März: täglich 10–17 Uhr

Veranstaltungstipps 2018
2./3.6. Eltviller Rosentage
9.6. Eltviller Rosenball in der Kurfürstlichen Burg
17.8.–23.9. gutenberg@eltville – Kunstinstallation von Ottmar Hörl im Rosengarten

Foto: Stadt Eltville

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